Die Blende bzw. Blendenöffnung Deiner Kamera einstellen

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„How to make a Food Foto!“ Wer für seine Fotos eine Spiegelreflexkamera verwendet und nicht in einem automatischen Modus fotografieren möchte, kann mit der Blendenöffnung, Belichtungszeit und Co. viele tolle Momente einfangen.

Eine wichtige Einstellung beim Fotografieren hochwertiger Bilder ist neben dem ISO-Wert und der Verschlusszeit, die Blende Deiner Spiegelreflexkamera. Denn die Größe der Blendenöffnung entscheidet über die Schärfentiefe (oder auch Tiefenschärfe) Deines Fotos. In diesem Beitrag erkläre ich Dir, wie und wann man die Blende Deiner Kamera richtig einstellt.

Was regelt die Schärfentiefe?

Die Schärfentiefe reguliert den Grad der Bildklarheit Deines Fotos. Mit anderen Worten, kannst Du mit der Schärfentiefe darüber entscheiden, wieviele Details deutlich und scharf zu erkennen sind und welche davon unscharf bzw. verschwommen wirken.

  • Eine geringe Schärfentiefe wird genutzt, wenn z.B. ein Objekt scharf und der Hintergrund unscharf fotografiert werden soll.
  • Eine hohe Schärfentiefe wird verwendet, wenn das gesamte Foto scharf wirken soll.

Individuellen Bildausschnitt scharf stellen

Zudem ist es möglich, auch nur einen individuell ausgewählten Bereich Deines Bildmotives scharf zu stellen. Dazu verwendet man am Besten den manuellen Fokus Deiner Kamera. Denn manchmal lässt sich der Fokus im automatischen Modus schwieriger auf einen bestimmten Punkt einstellen. Dieser Fokus kann mit den Richtungstasten auf dem Kamerasucher oder direkt auf dem Live-Display verschoben werden. Über wie viele Fokuspunkte eine Spiegelreflexkamera verfügt, entscheidet hier natürlich das Modell.

Wie veränderst Du die Schärfentiefe über die Kamera-Blende?

Jetzt weißt Du schon wie sich die Schärfentiefe beim Fotografieren auswirkt. Nun erkläre ich, wie Du die Schärfentiefe anhand der Blendenöffnung regulieren kannst. Grundlegend ist zu beachten:

  • Je größer die Öffnung der Blende, desto mehr Licht kann die Linse passieren. Somit ist die Schärfentiefe geringer und ein bestimmter Bereich auf Deinem Foto wird unschärfer dargestellt.
  • Je kleiner die Öffnung der Blende ist, desto größer ist die Schärfentiefe. Das Licht passiert die Linse gebündelter und lässt den gesamten Bereich auf Deinem Foto schärfer wirken.

Am Besten probierst Du Dich etwas aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Lege z.B. einen Apfel auf einen schönen Holzuntergrund und positioniere davor Deine Kamera auf einem Stativ. Bei gleichem Abstand sowie gleicher Höhe zum Bildmotiv nimmst Du nun ein Foto mit weit geöffneter und weniger geöffneten Blende auf. Typische Werte für eine kleine Blendenöffnung sind Werte über f7. Eine große Blendenöffnung, durch die mehr Licht tritt, wird mit Werten unter f5 angegeben. Das ist am Anfang etwas verwirrend, da eine größere Blendenöffnung einen kleineren Wert hat.

Ich habe das Joghurteis mit Erdbeeren in zwei verschiedenen Blendenöffnungen aufgenommen. Das rechte Bild hat einen Blendenwert von f1.8 und eine Belichtungszeit von 1/640. Nur wenige Details auf dem Foto wirken scharf und deutlich. Das linke Foto hingegen habe ich mit einer Blendenöffnung von f10 und einer Belichtungszeit von 1/25 fotografiert. Man sieht, dass viel mehr Details scharf dargestellt werden. Vergleicht man beispielsweise die hintere, horizontale Linie vom Tisch, ist der Effekt der Schärfentiefe sehr gut erkennbar. Wenn Du für eine hohe Schärfentiefe die Blendenöffnung veränderst, musst Du natürlich auch die Belichtungszeit anpassen.

Lichteinwirkung und Blendenöffnung

Neben der Regulierung der Bildschärfe, hat die Größe der Blendenöffnung ebenfalls eine Auswirkung auf die Belichtung bzw die Helligkeit des Fotos. So kann es passieren, dass Bilder die mit einer weit geschlossenen Blende (Blendenwert über f5) aufgenommen wurde, unterbelichtet, dunkel und verwackelt sind. Bei einer weit geöffneten Blende (z.B. f1.8) hingegen würde das Fotos sehr überbelichtet aussehen.

Grundlegend gilt daher:

  • Je kleiner der Blendenwert und größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt auf den Kamerasensor. Das Bild wird heller.
  • Je größer der Blendenwert und kleiner die Blendenöffnung, desto weniger Licht fällt auf den Kamerasensor. Das Bild wird dunkler.

Die Belichtung richtig einstellen

Wenn Deine Umgebung nicht genug Licht hergibt, Du dennoch mit einer kleinen Blendenöffnung (Blendenwert über f5) fotografieren möchtest, muss die Helligkeit des Fotos mit anderen Werten reguliert werden. Den Helligkeitsgrad kannst Du in diesem Fall über einen größeren ISO-Wert oder über eine längere Verschlusszeit der Kamera ausgleichen.

Objektive mit Festbrennweite

Um bei wenig Lichteinfall und ohne Stativ tolle Fotos machen zu können, kommen bei solchen Szenarien oft Kameraobjekte zum Einsatz, welche die Einstellung einer weit geöffneten Blende zulassen. Hierfür eigenen sich sog. Objektive mit einer Festbrennweite (meist 35mm oder 50mm) besonders gut.

Warum ich am liebsten mit einer Festbrennweite fotografiere

Für meine Food Fotos benutze ich ausschließlich Objektive mit einer Festbrennweite (f1.8, 35mm). Diese Objektive sind super lichtstark, da sich die Blende sehr weit öffnen lässt. So kann auch bei dunkleren Lichtverhältnissen genügend Licht die Linse passieren.

Ein weiterer Vorteil ist die ausgezeichnete Schärfentiefe, die durch die Festbrennweite erst richtig zur Geltung kommt. So entsteht ein unscharfes Bouquet, das dein Food Bild besonders lebendig wirken lässt.

Und mal ehrlich – zoomen kann doch Jeder. Bei einer Festbrennweite bist Du selbst der Zoom. Was letztlich auf deinem Food Foto sichtbar wird, entscheidest ganz allein die Entfernung zwischen dir und dem Objekt. Und währenddessen Du dein ganz persönliches Food Foto fotografierst, wirst Du merken, dass es so viele tolle Blickwinkel zu entdecken gibt. 🙂

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